Banner VÖB
BaselII02
Banner Bankenverband
Logo Bundesbank
Bauordnungen
Banner Darlehenskündigung
Boerse ard
die Bank
Historische Gesellschaft Deutsche Bank02
Banner Bankakedemieverlag02
Banner wir.wis
Eidgenössische Bankenkommission
FMA
Banner BaFin
Stiftung Warentest02

Banner Bankenfusion02

Traunsteiner Tagblatt v. 8.4.2006

Volks- und Raiffeisenbanken Berchtesgadener Land und
Salzachtal-Waging-Trostberg wollen fusionieren

Eine weitere Banken-Fusion steht an – und diesmal landkreisübergreifend: Im Juni entscheiden die rund 25 000 Genossen der Volks- und Raiffeisenbank Berchtesgadener Land und der Volks- und Raiffeisenbank Salzachtal-Waging-Trostberg über einen Zusammenschluss der beiden Häuser (wir berichteten). Die neue Bank mit dem Namen Volksbank-Raiffeisenbank Oberbayern-Südost würde über eine Bilanzsumme von mehr als einer Milliarde Euro verfügen. Heute schon besteht eine strategische Partnerschaft mit der Volks- und Raiffeisenbank Traunstein. Ein Zusammenschluss mit der Traunsteiner Bank sei für 2008 angepeilt. Dann könne das Institut sogar über eine Bilanzsumme von 1,3 Milliarden Euro verfügen. Weitere Verschmelzungen mit den noch verbleibenden Genossenschaftsbanken in den beiden Landkreisen wären durchaus denkbar, so der künftige Vorstandsvorsitzende Andreas Dichtl auf der Pressekonferenz in Bad Reichenhall.

Fusionen sind für die 367 Mitarbeiter der beiden Häuser nichts Neues. Die Volks- und Raiffeisenbank Berchtesgadener Land und die Volks- und Raiffeisenbank Salzachtal- Waging-Trostberg wurden dadurch beide in den vergangenen Jahren zu den jeweils größten Genossenschaftsbanken in ihrem Landkreis. Beide sind als A-Banken klassifiziert – sie verfügen über eine gute Eigenkapitaldeckung. Beste Voraussetzungen also, um sich vereint dem globalen Wettbewerb zu stellen, erklärten die beiden Vorstandsvorsitzenden Andreas Dichtl und Wolfgang Völkl. Im Vordergrund der geplanten Fusion steht grundsätzlich, wie bei allen Zusammenschlüssen, die langfristige Sicherung der Geldversorgung durch die größere Kapitaldecke. Gleichzeitig erwarten sich die Vorstände »Synergieeffekte« in der Verwaltung. Dort werden in Zukunft auch Arbeitsplätze eingespart, allerdings »sozialverträglich«, wie Dichtl es nannte. Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben, überflüssig gewordene Postionen werden einfach nicht mehr besetzt. Auch die Chefetage bleibt nicht verschont: Von den sechs Vorständen bleiben mit Andreas Dichtl als künftigem Vorstandsvorsitzenden, Wolfgang Völkl und Josef Frauenlob, der derzeit dem Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Berchtesgadener Land angehört, nur drei im Amt. Stefan Zauner von der Volks- und Raiffeisenbank BGL und Leonhard Brandmayer von der Volks- und Raiffeisenbank Salzachtal-Waging-Trostberg gehen in den Ruhestand. Andreas Wimmer von der Volks- und Raiffeisenbank Salzachtal wollte bei der Pressekonferenz noch nicht verraten, wo er zukünftig tätig wird.

»Es kann schon sein, dass wir die eine oder andere Geschäftsstelle schließen oder zusammenlegen werden. Grundsätzlich ist es aber unser erklärtes Ziel, dass wir als Dienstleister in der Fläche erhalten bleiben und unsere Beratungskapazität sogar aufstocken werden. 64 Prozent unserer Mitarbeiter werden in der Dienstleistung eingesetzt«, betonte Dichtl. Die Kunden würden dadurch künftig eine »noch ausgefeiltere und spezialisiertere Betreuung erhalten«. Vorläufig werden nur rund 30 Mitarbeiter pendeln müssen, alle anderen bleiben an ihrem bisherigen Arbeitsplatz.

Die Hauptstelle des neuen Institutes wird Bad Reichenhall. Das hat vor allem praktische Gründe. Als größerer Partner verfügt die Volksbank-Raiffeisenbank Berchtesgadener Land über den größeren Bestand an Grundstücken und Gebäuden und über das mit Abstand größte Verwaltungsgebäude. »Das ist für die bei Fusionen anfallende Grunderwerbsteuer nicht unerheblich«, erklärte Dichtl. Weitere Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe der Hauptstelle könnten ohne große Investitionen erschlossen werden und das weitgehend unbebaute Nachbargrundstück befindet sich ebenfalls im Besitz der Bank.

Zentrale Abteilungen, die nicht unbedingt in Bad Reichenhall angesiedelt sein müssen, könnten im Landkreis Traunstein, beispielsweise in Traunreut oder Fridolfing untergebracht werden. Bei den Überlegungen spielt auch die Nähe Bad Reichenhalls zu Salzburg eine Rolle. Die künftige Volks- und Raiffeisenbank Oberbayern-Südost will unbedingt für Anleger aus dem Nachbarland attraktiv sein und ihren Kunden den Finanzplatz Salzburg erschließen. Mit ihrem eigenen Haus in Salzburg kann die Volksbank-Raiffeisenbank Berchtesgadener Land heute schon »Salzburger Konditionen anbieten«, wie es Andreas Dichtl formulierte. Das soll jetzt einem größeren Kundenkreis zugute kommen.

Die Sparkasse Berchtesgadener Land sieht dem gewachsenen Konkurrenten gelassen entgegen. Pressesprecher Andreas Thielk meinte auf Rückfrage der Zeitung: »Für mich liegen die Synergieffekte des Zusammenschlusses nicht klar auf der Hand. Ein echtes Einsparpotential kann ich nicht erkennen.« Die Größe einer Bank sage außerdem auch erst einmal noch gar nichts über ihre Leistungsfähigkeit aus.

Logo Bankmediator Neu1
Buch Brandschutz
buch_gewerbe_vds
buch_haushalte_vds