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Pressebericht zur Fusion
Fränkischer Tag vom 17.12.2005, S. W1
Weiterhin Stärke durch Präsenz vor Ort Fusion der VR-Banken Bamberg, Hallstadt und Scheßlitz-Zapfendorf: Filialnetz bleibt
Bamberg. Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Nachdem eine Fusion zwischen der Bamberger Bank und anderen Genossenschaftsbanken vor einigen Monaten noch gescheitert war, haben nun die VR-Banken Bamberg, Hallstadt und Scheßlitz-Zapfendorf den Zusammenschluss vereinbart.
Matthias Litzlfelder
„VR Bank Bamberg eG Raiffeisen-Volksbank“ nennt sich künftig die neue Verbindung. Sie wird 73000 Kunden betreuen und setzt weiterhin auf die Nähe zu diesen. „Außer dem Namen soll sich für unsere Kunden nichts ändern. Sie behalten ihre gewohnten Ansprechpartner vor Ort“, versichert Manfred Ullrich, Vorstandsvorsitzender der Bamberger Bank.
Seit zwei Jahren hatten er und seine Vorstandskollegen aus Bamberg, Hallstadt und Scheßlitz-Zapfendorf auf die jetzige Fusion hingearbeitet. Zuerst ohne Erfolg, denn im Sommer dieses Jahres scheiterte ein erster Versuch an der notwendigen Zwei- Drittel-Mehrheit in den Vertreterversammlungen. Ein paar Monate später ist dieses Problem überwunden: 100-prozentige Zustimmung bei der Bamberger Bank, rund 94 und 90 Prozent bei den Vertreterversammlungen in Hallstadt und Scheßlitz-Zapfendorf machten den Weg frei für die Kreditinstitute.
Nach den Worten von Siegfried Schuberth, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Hallstadt, wurde damit eine historische Chance genutzt, um sich gemeinsam auf dem Bankenmarkt zu etablieren. Eine Chance, die sich vor allem wegen der Altersstruktur in den Vorstandsetagen ergab. Im neuen Vorstand wird Schubert, der momentan noch Kreisvorsitzender des Genossenschaftsverbands ist, dann auch nicht mehr vertreten sein. Diese Aufgabe übernehmen neben Manfred Ullrich, Jürgen Hofferberth, Vorstandsmitglied der Bamberger Bank und Dieter Ullmann, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Hallstadt. Die Geschäftsleitung ergänzt Prokurist Peter Landvogt, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Scheßlitz-Zapfendorf. Mit der Fusion wollen die drei Genossenschaftsbanken laut eigenem Bekunden den Vertrieb stärken und mit den Kunden besser ins Gespräch kommen. Damit dies gelingt, soll auch das bisherige Netz an Filialen auf dem Land – traditionell eine Stärke der Genossenschaftsbanken – beibehalten werden. So stehen den Kunden in Stadt und Landkreis Bamberg weiterhin 33 Geschäfts- und neun Selbstbedienungsstellen zur Verfügung. Auch die Angestellten der drei Banken müssen sich wegen der neuen Struktur keine Sorgen machen. „Wir schmeißen keine Mitarbeiter raus, weil wir sie unbedingt brauchen“, sagt Siegfried Schuberth. Und Ullrich ergänzt, dass der momentane Personalstamm an unterster Ebene von dem liege, was notwendig sei.
Bis der Zusammenschluss gänzlich vollzogen ist, vergehen allerdings noch ein paar Monate. Verschmelzungsstichtag ist zunächst der 1. Januar 2006, die Zusammenlegung des Rechnungswesens und die Eintragung ins Register werden sich aber bis Mai hinziehen. Solange behalten die drei Kreditinstitute ihre Selbständigkeit.
Komplett eigenständig bleibt die Raiffeisenbank Heiligenstadt, die schon im Sommer beim ersten Fusions-Versuch am geplanten Bündnis teilnehmen wollte. Grund dafür sei, dass die Bank, mit einer Bilanzsumme von rund 60 Millionen Euro die kleinste unter den vier Instituten, noch ein so genanntes Warengeschäft führe und noch keine qualifizierte Mehrheit in der Mitgliederversammlung vorliege, so Ullrich. Dennoch sei Heiligenstadt „ein potenzieller Partner und nicht ausgeschlossen, dass es noch dazustößt“. Trotzdem ist man auf Seiten der neuen VR-Bank Bamberg nicht unbedingt an weiteren Fusionen interessiert. Jetzt sei erst einmal genug Arbeit, organisatorische Aufgaben zu meistern, sagte Jürgen Hofferberth. Hofferberth verwies auf die neue Struktur mit fünf so genannten Regionalmärkten in Bamberg, Breitengüßbach, Hallstadt, Hirschaid und Scheßlitz. Dort befänden sich dann Kompetenzzentren mit speziell geschulten Beratern, die bei Bedarf aber auch von anderen Geschäftsstellen angefordert werden könnten.
Die künftige VR Bank Bamberg will sich laut Aussage der Vorstandsmitglieder neben dem Bankengeschäft sehr stark in der Region engagieren. „Wir sehen unsere soziale Verantwortung“, erklärte Manfred Ullrich. Neben vielen Arbeitsplätzen, die die Bank biete, wolle man weiterhin ehrenamtliches Engagement in der Region finanziell unterstützen.
Was bald der Vergangenheit angehören wird, ist der Name „Bamberger Bank“, den das Kreditinstitut sich erst vor einigen Jahren gegeben hatte. Doch Manfred Ullrich ist darüber nicht traurig. Ortsfremde hätten zuletzt oft vergeblich in Bamberg eine VR-Bank zum Geldabheben gesucht.
Quelle: Fränkischer Tag Bamberg v. 17.12.2005 W1
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