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Financial Times Deutschland v. 27.4.2007:
Citigroup kauft Skandalbroker in Asien
Die Citigroup hat ihre bislang größte Übernahme in Asien unter Dach und Fach gebracht. Eine Mehrheit der Anteilseigner des japanischen Skandalbrokers Nikko Cordial stimmte dem Angebot der weltgrößten Bank zu. Dennoch könnte die Citigroup Probleme bekommen.
Insgesamt sicherte sich die Citigroup nach Ablauf der Angebotsfrist für 7,7 Mrd. $ 61 Prozent der Nikko-Stimmrechte, wie das Institut am Freitag mitteilte. Dies liegt allerdings unter der Schwelle von zwei Dritteln, womit einige rebellierende Nikko-Kleinaktionäre dem US-Geldhaus das Leben weiter schwer machen können. Die Citigroup kündigte an, weitere Anteile an Japans drittgrößtem Broker kaufen und Nikko möglicherweise zu einer vollständigen Tochter machen zu wollen. Die Citigroup-Aktie gab im frühen Freitagshandel in New York um 0,4 Prozent nach.
Nikko Cordial war im Dezember in Schwierigkeiten geraten, als der Broker zugegeben hatte, Dokumente gefälscht und etwa 150 Mio. $ unerlaubt als Gewinn bei einer Sparte verbucht zu haben.
Citigroup-Chef Charles Prince hatte das Angebot für den Aktienhändler bereits einmal erhöht, stieß damit aber weiter auf Widerstand einiger Nikko-Anteilseigner. Diese müssten sich nun zusammenschließen, um mit insgesamt mehr als einem Drittel der Stimmrechte wichtige Management-Entscheidungen blockieren zu können.
Analysten begrüßten die Übernahme und erkannten große Wachstumspotenziale für die US-Bank. Sie warnten allerdings, dass Prince unter hohem Druck der eigenen Aktionäre stehe. Die Investition müsse sich daher schnell auszahlen. Insgesamt bewertet die Offerte Nikko mit 14 Mrd. $. Es ist die größte Übernahme in Princes Amtszeit und der größte Kauf eines japanischen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern aller Zeiten.
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