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Manager-Magazin v. 20.6.2006:
BERLINER BANK, Drei, zwei, eins - meins
Die Deutsche Bank hat den Zuschlag für die Berliner Bank erhalten. Damit kann das Frankfurter Geldhaus seinen Marktanteil im deutschen Privatkundengeschäft merklich steigern. Alle 900 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
Berlin/Frankfurt - Die Deutsche Bank kauft für 680,5 Millionen Euro die Berliner Bank und stärkt damit ihr Privatkunden-Geschäft. Die größte deutsche Bank übernehme das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden, die Mitarbeiter und das Filialnetz, teilte die überwiegend dem Land Berlin gehörende Bankgesellschaft als Verkäuferin am Dienstagabend mit.
Auktion beendet: Die Bankgesellschaft muss ihre Tochter Berliner Bank auf Druck der EU verkaufen, nachdem das Land Berlin den Mutterkonzern 2001 mit milliardenschweren Beihilfen vor der Pleite rettete
Der Kaufpreis liegt damit nach einem monatelangen Übernahmepoker deutlich über den bislang in Medien kolportierten 450 Millionen Euro. Die Berliner Bank, die als Marke fortgeführt werden soll, hat mehr als 300.000 Kunden und 900 Mitarbeiter. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
In dem Bieterwettstreit hatten zeitweise 22 Banken ihr Interesse angemeldet, darunter auch die Commerzbank und die HVB. Für große private Geschäftsbanken ist die Berliner Bank interessant, weil sie damit ihre relativ schwache Position in Berlin gegenüber Sparkassen und Volksbanken stärken können.
Der Kauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichts- und Kartellbehörden. Einzelheiten wollen Deutsche Bank und Bankgesellschaft an diesem Mittwoch in Berlin der Öffentlichkeit präsentieren.
Der Verkauf der Berliner Bank ist die Folge einer Rettungsaktion, mit der das Land Berlin die Bankgesellschaft in den Jahren 2001/02 vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrte. Der Senat übernahm damals eine Milliarden-Bürgschaft, um das Defizit auszugleichen, das durch riskante Immobiliengeschäfte entstanden war.
Die EU genehmigte dieses Vorgehen nur unter der Maßgabe, dass die Berliner Bank 2006 und die Mutter selbst bis Ende 2007 veräußert wird. Derzeit müssen sich rund ein Dutzend frühere Manager unter anderem wegen Untreue vor Gericht verantworten.
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