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Depfa-Aktionäre stimmen für Angebot von Hypo Real Estate

Mitten in der Finanzmarktkrise kommt eine der größten Bankenfusionen in Deutschland seit Jahren zustande: Die Aktionäre des Staatsfinanzierers Depfa votierten für die milliardenschwere Übernahme durch die Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate.

Die Depfa-Aktionäre befürworteten in einer außerordentlichen Hauptversammlung am Montag mit einer Mehrheit von 98 Prozent die 5 Mrd. Euro teure Übernahme. Damit steigt die Hypo Real Estate zur Nummer eins in der Hypotheken-, Infrastruktur- und Staatsfinanzierung vor der zur Commerzbank gehörenden Eurohypo auf.

Hypo Real Estate bietet 6,80 Euro in bar und 0,189 eigene Aktien aus einer Kapitalerhöhung für die Depfa, die ihren Sitz aus steuerlichen Gründen in Irland hat. Das entspricht auf Basis des aktuellen Aktienkurses einem Angebot von rund 14,20 Euro je Depfa-Aktie.

Zum Zeitpunkt der Offerte am 23. Juli waren es noch fast zwei Euro mehr. Die Kurse sind aber in den vergangenen Monaten - unter anderem wegen der weltweiten Finanzkrise - stark unter Druck geraten. Am Montag tendierte die Depfa-Aktie leicht im Minus bei 14,04 Euro.

"Der Deal ging durch sämtliche Feuerproben"

Depfa-Vizechef Matthias Mosler zeigte sich zufrieden mit der Prämie, die Depfa-Aktionäre von Hypo Real Estate bekommen. Zudem sei es ein gutes Zeichen, dass die Transaktion trotz der jüngsten Marktturbulenzen zustande komme. "Der Deal ging durch sämtliche Feuerproben, die man sich vorstellen kann", sagte Mosler, der nach der Übernahme aus dem Management ausscheidet. An der Spitze des fusionierten Instituts soll der bisherige Chef der Hypo Real Estate, Georg Funke, stehen. Depfa-Chef Gerhard Bruckermann wird stellvertretender Aufsichtsratschef.

Zusammen kamen Hypo Real Estate und Depfa vergangenes Jahr auf einen Vorsteuergewinn von 1,2 Mrd. Euro und eine Bilanzsumme von 385 Mrd. Euro. Damit wäre die neue Bank, die auch einen neuen Namen bekommen soll, gut doppelt so groß wie die Bonner Postbank. Nach dem Jahr 2010 rechnet Hypo Real Estate mit Ertragssynergien von mehr als 150 Mio. Euro jährlich. Hinzu kämen Kostensynergien von 60 Mio. Euro. Allerdings müssen die Münchener erst einmal rund 160 Mio. Euro für die Fusion auf den Tisch legen.

Als nächster Schritt folgt am 2. Oktober die Anhörung eines irischen Gerichts zur Billigung des Übernahmeplans. Danach sollen die Depfa-Aktionäre ihr Geld und die neuen Aktien der Hypo Real Estate erhalten. Am 4. Oktober soll der Handel mit Depfa-Anteilsscheinen dann eingestellt werden.

Financial-Times Deutschland 24.9.2007

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