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Mit dem Segen der SwissLife
HSBC übernimmt Crédit Commercial de France
Die Hong Kong & Shanghai Banking Corporation (HSBC) übernimmt den Crédit Commercial de France. Mit ihrem sehr attraktiven Angebot hat sich die britische HSBC bereits die Zustimmung der wichtigsten CCF-Aktionäre und eine Kapitalmehrheit gesichert. Auch CCF-Partner SwissLife gab den Segen.
In Frankreich wurde hervorgehoben, dass zum erste Male eine französische Bank in ausländische Hände kommt. Für diese Premiere muss die HSBC einen entsprechend hohen Preis bezahlen. Die siebente Bank Frankreichs gilt zudem wegen ihrer Spitzenrentablität als wahres "Bijou". An einer Pressekonferenz meinte dazu HSBC-Boss Sir John Bond, sichtlich zufrieden mit der Transaktion und stolz auf seinen Überraschungscoup: "Für ein gutes Geschäft, zahlt man gern einen guten Preis." Rund 11 Milliarden Euro kostet ihn diese Übernahme. Das öffentliche Kaufangebot sieht vor, dass die bisherigen CCF- Aktionäre ihre Papiere entweder im Verhältnis 13 HSBC gegen 1 CCF tauschen oder ihre CCF-Aktien zum Stückpreis von 150 Euro verkaufen können. Beide Offerten sind sehr vorteilhaft, da sie CCF, deren Aktie am Freitag an der Pariser Börse mit 130,5 Euro kotiert war, stark aufwerten. Die bisherigen Hauptaktionäre haben der britischen Bank deshalb bereits ihre Unterstützung zugesichert. Die holländische Bank ING, die 19,5 % des CCF- Kapitals besitzt, zeigt sich dabei als faire Verliererin. Denn sie hatte unlängst ein Übernahmeangebot gemacht, das allerdings als ungenügend abgelehnt wurde. Auch die belgische KBC (18,8 %) nahm sofort für die britische Offerte Partei. Der dritte und langjährige Partner des CCF, die SwissLife/Rentenanstalt, begrüsste per Communiqué den Anschluss des CCF an eine der grössten Bankgruppen der Welt. SwissLife ist weiterhin vor allem an der Zusammenarbeit im Bereich der Versicherungsbank über die Filiale Erisa interessiert, sie hatte in der Vergangenheit eine eigene Offensive ausgeschlossen. In ihrer Pressemitteilung kündigte SwissLife an, sie werde ihre 14,5 % Aktienanteile bei CCF gegen HSBC-Anteile umtauschen. Die britische Bank hat sich aufgrund der Zustimmung der drei CCF-Hauptaktionäre bereits eine Mehrheit des CCF-Kapitals gesichert.
Die HSBC, die ihren Sitz in London hat, gehört zu den grössten Finanzgruppen in der Welt, sie verfügt über rund 5000 Zweigstellen in 79 Ländern, mit Schwerpunkten in Grossbritannien, Hongkong/Asien, den USA und Brasilien. Mit der Eingliederung des CCF verfügt sie nun einen strategisch wichtigen Brückenkopf in der Euro-Zone. Der CCF, die "Kleinste der französischen Grossbanken", wurde 1987 privatisiert. Seither hat sich ihr Börsenwert versiebenfacht, ihre Eigenmittel wuchsen in derselben Periode um den Faktor fünf. 1999 stieg ihr Reingewinn um mehr als 40 % auf 450 Millionen Euro, und für das laufende Jahr wird erneut mit einer Gewinnsteigerung um 20 % gerechnet. Der CCF hat in Frankreich 650 Zweigstellen und rund eine Million Kunden mit annähernd 9 Milliarden Euro verwalteten Vermögenswerten. Der CCF soll nach dem Zusammenschluss "ein Unternehmen mit einer selbständigen Führung im Rahmen der Regeln der Gruppe bleiben". Sir John Bond hält sich an die Fussballdevise "Never change a winning team", der bisher so erfolgreiche CCF-Boss Charles de Croissets wird darum seinen Posten an der Spitze des CCF-Managements behalten.
Rudolf Balmer, Paris
02/04/00
Copyright: Rudolf Balmer
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