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Handelsblatt v. 24. Juli 2006:
HSBC kauft in Panama zu
Von Michael Maisch
Die britische Großbank HSBC schwingt sich zum größten Kreditinstitut in Mittelamerika auf. Der europäische Bankenriese will die Grupo Banistmo mit Sitz in Panama für knapp 1,8 Mrd. Dollar übernehmen. Die Mehrheit der Aktionäre des bedeutendsten zentralamerikanischen Geldhauses hätten der Übernahme bereits zugestimmt, teilte HSBC mit.
LONDON. Die Briten bezahlen für den Zukauf einen Aufschlag von etwa 25 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs der Banistmo-Aktie. Banistmo ist mit etwa 220 Niederlassungen unter anderem in Costa Rica, Honduras, Nicaragua und El Salvador tätig. Im vergangenen Jahr erzielte das Institut einen Nettogewinn von 115 Mill. Dollar.
Lateinamerika gilt für viele Banken aus den Industrieländern als interessanter Markt, weil die Versorgung mit Finanzdienstleistungen dort oft noch lückenhaft ist. Hohe Gebühren für Bankdienste und attraktive Zinsspannen locken die Geldhäuser in die Region, die höhere Wachstumsraten verspricht als die oft schon gesättigten Heimatmärkte.
In Lateinamerika steigen die Einnahmen von HSBC derzeit etwa doppelt so schnell wie in Europa und Nordamerika. Im vergangenen Jahr trug die Region 3,1 Prozent oder 650 Mill. Dollar zum Vorsteuergewinn des britischen Geldhauses bei, nach 2,3 Prozent im Jahr 2004. HSBC hat als weltweit drittgrößte Bank zuletzt Kreditinstitute in Paraguay und Argentinien übernommen. Den Briten gehört außerdem das drittgrößte Institut Mexikos und eines der zehn größten Geldhäuser in Brasilien.
„Wir haben seit zwei Jahren nach einem Partner in diesem Teil der Welt gesucht“, sagte HSBC-Chairman Stephen Green. Die Bank erhoffe sich vor allem durch die Umsetzung des im vergangenen Jahr verabschiedeten Freihandelsabkommens für Zentralamerika einen Wachstumsschub für die Region.
„Die Investition in Mittelamerika ergibt sicher Sinn“, sagt Richard Peirson, Fondsmanager bei Axa Framlington. HSBC habe mit den erfolgreichen Investitionen in Argentinien, Brasilien und Mexiko bewiesen, dass die Bank die Region verstehe. Trotz der insgesamt freundlichen Reaktion auf den Zukauf gerieten die Aktien von HSBC am Freitag in London leicht unter Druck. Die Anteile verloren etwa 1,1 Prozent an Wert.
Am 31. Juli wird HSBC seine Zahlen für das erste Halbjahr 2006 vorlegen. Analysten rechnen mit einem weiterem Wachstum. Die Experten von Standard & Poor’s sagen voraus, dass die Einnahmen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2005 um acht Prozent auf knapp 30 Mrd. Dollar gestiegen sind. Noch deutlicher soll es den Prognosen zufolge beim Nettogewinn aufwärts gehen. Hier liegt die Schätzung von Standard & Poor’s bei 8,4 Mrd. Dollar, nach 7,6 Mrd. Dollar im Vorjahr.
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