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Spiegel-Online v. 26. August 2006:

Fusion zur "Superbank" geplant

Die beiden Geldinstitute Banca Intesa und Sanpaolo IMI wollen sich zu einer Bank der Superlative zusammenschließen. Bei einer Fusion entstünde die größte Bank Italiens und die sechstgrößte Bank Europas.

Rom - In getrennten Sitzungen billigten die Vorstände beider Banken am Samstag die geplante Fusion, die im Dezember auf einer Aktionärsversammlung zur Abstimmung gestellt werden soll. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 66 Milliarden Euro wäre das neue Geldinstitut die sechstgrößte Bank Europas.

Die Großbank hätte nach Angaben von Intesa in Italien einen Marktanteil von etwa 20 Prozent. Sie hätte 13 Millionen Kunden. Sitz des Geldhauses soll Turin werden. Rechnerisch hätte das neue Institut mehr als 6300 Filialen und wäre damit von seiner Präsenz in Italien her die Nummer eins. Kombiniert kommen beide Banken auf eine Bilanzsumme von 538 Milliarden Euro. In Summe verdienten die Fusionspartner im vergangenen Jahr 5,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank als größtes deutsches Geldhaus kam 2005 auf 3,5 Milliarden Euro.

Zu den Auswirkungen auf die Beschäftigten wurden am Samstag keine Angaben gemacht. Analysten gehen davon aus, dass bis zu 10.000 Stellen - etwa zehn Prozent der Gesamtzahl - gestrichen werden könnten. Die Fusion soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Intesa-Präsident Giovanni Bazoli wertete das Vorhaben als " wichtiges Signal für die Lebendigkeit" der italienischen Wirtschaft. Die französische Crédit Agricole, mit 17,8 Prozent die Hauptaktionärin von Intesa, hatte sich zuvor mit der Fusion einverstanden erklärt. Die "großen Linien des Projekts" seien gebilligt worden, erklärte das Unternehmen. Im einzelnen werde es nun darauf ankommen, dass bei dem geplanten Zusammenschluss die " strategischen Interessen der Crédit Agricole in Italien" gewahrt blieben. In einem Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica" nannte Sanpaolo-Vorstandschef Alfonso Iozzo, die Fusion "eine einzigartige Möglichkeit, die nicht vertan werden darf".

Vor einer Fusion, bei der Banca Intesa den kleineren Rivalen Sanpaolo IMI übernehmen würde, sind aber noch einige Hürden zu nehmen. Unter anderem müssen noch die Gewerkschaften überzeugt werden, dass es nicht zu umfangreichen Kündigungen kommt. Für die Fusion der beiden Banken hatten sich auch Ministerpräsident Romano Prodi und Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa ausgesprochen, und auch Zentralbank-Gouverneur Mario Draghi war für eine Konsolidierung der zersplitterten italienischen Bankenlandschaft eingetreten.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte die italienische Presse über einen Zusammenschluss der Mailänder Intesa und der Turiner San Paolo zu einer "Superbank" spekuliert. Die Fusion könnte Startschuss zu einer Neuordnung des kleinteiligen italienischen Bankensektors werden, vermuten Kommentatoren.

fok/AFP/AP/Reuters
 

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