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Neuer Finanzkoloss in Tokio

Neuer Finanzkoloss in Tokio
In Japan ist die größte Bank der Welt entstanden. Mit 1,4 Billionen Euro Bilanzsumme steht die neue Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) noch vor UBS und Citigroup.

Die beiden Großbanken Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings schlossen sich am Samstag zusammen. Doch nur gemessen an der Bilanzsumme werden Japans Nummer zwei und die Nummer vier zum Branchenführer. Beim Börsenwert hinken sie hinterher. Der neue Finanzriese will aber bis März 2009 auch bei der Marktkapitalisierung zu einer der fünf führenden Bankengruppen der Welt aufsteigen.

 

Mehr Profit
MUFG-Präsident Nobuo Kuroyanagi verfolgt ehrgeizige Ziele. Er will die Profitabilität auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau heben. Laut Medienberichten peilt die MUFG- Gruppe für 2008 einen Nettogewinn von 1,1 Billionen Yen (umgerechnet 8,1 Milliarden Euro) an. Die MUFG-Gruppe will das Privatkundengeschäft ausweiten und plant, die Gewinne aus dem Bereich bis März 2009 mehr als zu verdreifachen.

 

Gewinnprognose angehoben
Der Plan, nun profitabler zu werden, scheint aufzugehen. Die beiden fusionierenden Institute erhöhten erst kürzlich ihre Gewinnprognosen für das erste Halbjahr – wegen deutlich geringerer Kreditkosten. Die MTFG erwartet einen Nettogewinn von 230 Milliarden Yen statt zunächst geschätzter 140 Milliarden. Und die UFJ erhöhte ihre Prognose von 140 Milliarden auf nun 335 Milliarden Yen.

Eine der Herausforderungen für die sich zusammenschließenden Institute wird es laut Analysten sein, die Kosten zu kürzen und Niederlassungen zusammenzulegen. Die MUFG plant rund 170 der mehr als 900 Niederlassungen in Japan zu schließen oder zusammenzulegen. Einzelheiten stünden jedoch noch nicht fest.

 

Bankfusion erst zum Jahresanfang
Eine Herausforderung gilt es zu bewältigen: Die Integration der verschiedenen Computersysteme. Um einen problemlosen Ablauf zu gewährleisten, haben die Aufsichtsbehörden gefordert, die Kerneinheiten der Institute, also deren eigentliches Bankgeschäft, erst im Januar zusammenzulegen.

Denn hier hat Japan 2002 schlechte Erfahrungen gemacht: Nach der Fusion von drei japanischen Finanzinstituten zur Mitsuho Bank war es wegen der unterschiedlichen Computersysteme zu schwerwiegenden technischen Problemen gekommen. Davon waren Hunderttausende von Geldtransaktionen betroffen gewesen. Das soll diesmal vermieden werden. Das Filialgeschäft der MUFG wird insgesamt mehr als 40 Millionen Konten verwalten.

 

Ende der Konsolidierung?
Hinzu kommt, dass die Finanzgruppe die schwere Last geerbt hat, mehr als eine Billion Yen zurückzuzahlen. Die hatte der Staat in die marode UFJ gepumpt, um ihr Überleben zu sichern. Dadurch dürften die Kosten der Integration bis auf weiteres die Vorteile durch die angestrebte Rationalisierung überwiegen.

Nach der Integration der Institute gibt es in Japan noch drei führende Banken: die MUFG, Mizuho und die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG). Während manche Analysten von der letzten Phase der Konsolidierung unter Japans Großbanken sprechen, halten andere weitere Bankenzusammenschlüsse für möglich.

bs

Quelle: boerse.ard.de 3.10.2005

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