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Wirtschafts-Woche v. 30.5.2006

Neuer Riese in Frankreich

Grünes Licht für die Gründung des französischen Bankenriesen Natixis, der wohl die Nummer vier des Landes nach Marktkapitalisierung wird: Der staatliche Finanzriese CDC und die französischen Sparkassen haben ihren Streit um das Projekt beendet.

Die französischen Sparkassen, die Caisses d’Epargne, und die genossenschaftlichen Banques Populaires wollen mit der Holding Natixis einen Bankenchampion schaffen. Die CDC, Großaktionär der Sparkassen, drohte jedoch, das Projekt zu stoppen. Nun einigten sie sich: Die Sparkassen übernehmen von der CDC deren 35-prozentigen Anteil am Spitzeninstitut der Sparkassen für sieben Milliarden Euro.

Natixis soll nun bis Ende des Jahres formell gegründet werden. In die börsennotierte Gesellschaft wollen Sparkassen und die Banques Populaires zentrale Aktiva einbringen: Investment-Banking, Private Banking, das Geschäft mit Konsumentenkrediten, den Kreditversicherer Coface und andere Versicherer. Natixis soll beiden Bankengruppen als Produktfabrik dienen.

CDC-Chef Francis Mayer, Großaktionär der Sparkassen, sperrte sich gegen das Projekt. Seine Kritik: Die Sparkassen würden zwar die werthaltigsten Aktiva einbringen, seien aber im Management von Natixis unterrepräsentiert. Ferner würde eine Zusammenarbeit der beiden Gruppen vor allem beim Retail-Banking Sinn ergeben – und genau da sehe Natixis keine Annäherung vor.

Angesichts des Streits drohten die Banques Populaires ihrerseits offen damit, das Projekt platzen zu lassen. Daher beißen nun die Sparkassen in den sauren Apfel und kaufen die CDC aus, um für Natixis freie Bahn zu haben. Für ihre Sparkassen-Anteile bekommt die CDC sieben Milliarden Euro, ferner soll das Institut noch 50 Prozent vom Sparkassen-Lebensversicherer Ecureil Vie erhalten. Diesen Anteil reicht die CDC an Frankreichs größten Lebensversicherer CNP weiter und baut damit den Anteil an CNP von 36,5 auf 40 Prozent aus.

Analysten zeigten sich erleichtert, dass der Zank nun beendet ist, übten aber auch harte Kritik an den Details der Einigung. Die Experten von Cheuvreux bemängeln, dass die Sparkassen nun die Kontrolle über ihr Lebensversicherungsgeschäft verloren hätten. Ein weiteres Problem: CDC ist ein wichtiger Kunde von Ixis, der Investmentbank der Sparkassen. Die CDC könnte nun der Bank Ixis Mandate entziehen. „All dies senkt den Wert von Natixis und überkompensiert damit das Plus an mehr Vorausschaubarkeit für die Schaffung von Natixis“, urteilt Cheuvreux.

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