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Financial Times Deutschland v. 15.5.2006

Postbank schultert Integration vom BHW

Die Bonner Postbank hat im Auftaktquartal dank Verbesserungen in allen Bereichen den Gewinn um ein Fünftel gesteigert und die Erwartungen des Marktes nahezu getroffen. Die finanzielle Belastung durch die Übernahme der Bausparkasse BHW konnte kompensiert werden.

"Die Deutsche Postbank AG ist gut in das Jahr 2006 gestartet", teilte die im Nebenwerteindex MDax gelistete Gesellschaft am Montag in Bonn mit. Trotz der finanziellen Belastungen durch die Integration der übernommenen 850 Filialen der Konzermutter Deutsche Post sowie der Hamelner Bausparkasse BHW solle der Gewinn im Gesamtjahr das Vorjahresergebnis überschreiten. "Für 2008 streben wir eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von mindestens 20 Prozent an", teilte das Unternehmen mit. Die Akquisitionen sollen im Jahr 2009 einen Gewinn von 320 Mio. Euro abwerfen.

Unter dem Strich kletterte der Gewinn von Januar bis März auf 134 Mio. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 137 Mio. Euro gerechnet. Vor Steuern stieg der Gewinn auf 208 Mio. Euro. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern bezifferte die Postbank auf 15,9 Prozent. Damit haben die Bonner im Auftaktquartal die für 2006 anvisierte Zielmarke von 15 Prozent um fast einen Prozentpunkt übertroffen. Bei den vorgelegten Vergleichszahlen für das Auftaktquartal 2005 wurden BHW und die übernommenen 850 Filialen einbezogen.

Den Zinsüberschuss konnte die Postbank um vier Prozent auf 512 Mio. Euro steigern, während sich der Provisionsüberschuss auf 356 Mio. Euro erhöhte. Das Handelsergebnis kletterte um 60 Prozent auf 59 Mio. Euro. Mit 715 Mio. Euro blieb der Verwaltungsaufwand stabil. Das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen verbesserte sich auf 71,7 Prozent. Die Risikovorsorge erhöhte sich um ein Zehntel auf 78 Mio. Euro.

In den ersten drei Monaten des Jahres konnte die Postbank 245.000 neue Kunden gewinnen. Damit sei die Gesamtzahl der aktiven Kunden auf 14,6 Mio. geklettert, hieß es.

 

Stärkung der Kernkapitalquote

Die Postbank will zum Jahresende eine Kernkapitalquote von 5,7 Prozent erreichen. Verglichen mit dem Auftaktquartal 2006 würde dies einem Zuwachs von 0,2 Prozentpunkten entsprechen, hieß es am Montag in einer Analystenpräsentation von Deutschlands größter Filialbank.

Ende 2005 hatte die Kernkapitalquote noch bei 8,3 Prozent gelegen. Durch die Übernahme von 850 Post-Filialen sowie der Bausparkasse BHW sackte sie aber deutlich ab. Bis 2009 will die Postbank wieder 7,5 Prozent erreichen. Damit läge sie unter dem Zielkorridor von Deutschlands größtem Geldhaus, der Deutschen Bank. Diese visiert einen Wert zwischen acht und neun Prozent an.

 

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