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Kurier-Online v. 26.8.2007
Die Landesbank Baden-Württemberg übernimmt die schwer angeschlagene SachsenLB. Die Rettungsaktion kostet 600 Millionen Euro.
Die SachsenLB war durch Geschäfte einer Tochterfirma von der Krise auf dem US- Hypothekenmarkt erfasst worden.
Die in Schieflage geratene SachsenLB verliert in einem eilig eingefädelten Notverkauf ihre Eigenständigkeit. Nach hohen Verlusten aus riskanten Geschäften im Zuge der US- Hypothekenkrise wird die einzige ostdeutsche Landesbank als Leipziger Zweigstelle in die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eingegliedert.
"Auf Grund der Turbulenzen an den Märkten und des daraus entstandenen Drucks auf die Bank wäre eine Fortführung ohne Partner nicht aussichtsreich", räumte Milbradt ein. Die größte deutsche Landesbank lässt sich die Rettungsaktion Finanzkreisen zufolge insgesamt bis zu 600 Millionen Euro kosten.
Notverkauf Der Hals über Kopf am Wochenende ausgehandelte Verkauf geht offenbar auf massiven Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zurück. BaFin-Chef Jochen Sanio, der sich in die Verhandlungen in Dresden eingeschaltet hatte, habe deutlich gemacht, dass jede weitere Verzögerung die Verluste der SachsenLB erhöht hätte, betonte Milbradt die Dringlichkeit des Handelns. Eine Sprecherin der BaFin wies aber Angaben aus sächsischen Regierungskreisen zurück, wonach Sanio ultimativ eine Übernahme der SachsenLB bis zum Sonntagabend gefordert habe: "Die Bank stand nicht vor einer Schließung. Die BaFin hatte keinen bankaufsichtlichen Handlungsbedarf."
Die Landesbank war in den Strudel der US-Hypothekenkrise geraten, weil eine Tochter in Dublin riskante Geschäfte am Markt für verbriefte Kreditforderungen außerhalb der Bilanz betrieb. Während vor einer Woche noch die Sparkassen-Finanzgruppe mit einer vom Land Sachsen abgesicherten Kreditlinie von mehr als 17 Milliarden Euro für eine der waghalsigen Finanzkonstruktionen einstand, schlugen drohende Verluste eines zweiten sogenannten Conduit ("Georges Quay") direkt auf die Bilanz der Bank durch und schmälerten ihr Eigenkapital von zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro drastisch.
Die LBBW zahlt Finanz- und Regierungskreisen zufolge rund 300 Millionen Euro an die bisherigen Eigentümer der SachsenLB, das Land und die sächsische Sparkassen-Finanzgruppe, und stattet die Landesbank mit bis zu 300 Millionen Euro dringend benötigtem frischen Kapital aus. Nach Angaben Milbradts hat sich die LBBW eine Rückgabeklausel einräumen lassen, weil ein Teil der Risiken der SachsenLB in der Eile nicht abschließend habe bewertet werden können. "Im Extremfall" könne die Bank an die bisherigen Eigentümer - das Land und die Sparkassen-Finanzgruppe Sachsen - zurückgegeben werden, wenn sich mehr außerordentliche Verluste ergäben. Der Sparkassenverband Baden-Württemberg als einer der LBBW-Eigner hatte vor der Übernahme unkalkulierbarer Risiken gewarnt.
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