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Die Welt v. 2.8.2006
In Schleswig-Holstein wachsen die Sparkassen zusammen
Zahl der öffentlich-rechtlichen Kredithäuser nimmt weiter ab.
Von Peter Zerbe
Mit der Fusion der Kreissparkassen Pinneberg und Segeberg sowie der Sparkasse Neumünster zur Sparkasse Südholstein ist in Schleswig-Holstein die größte Sparkasse des Landes entstanden. Die nordische Nummer eins mit einer Bilanzsumme von 6,3 Milliarden Euro steht im gesamtdeutschen Ranking auf dem 25. Platz.
"Wir haben ein Jahr lang hart an der Fusion gearbeitet und müssen jetzt wieder Ruhe in das Unternehmen bringen", sagt Vorstandsvorsitzender Mario Porten, der die Unternehmensführung vor einem Jahr von Detlef Sternberg übernommen hat. Weitere Fusionen mit anderen Sparkassen werden zunächst nicht verfolgt. "Dieses Jahr wird noch einmal ein schwieriges für die Sparkasse, weil wir letztmalig drei Millionen Euro Fusionskosten für die technische Ausstattung verkraften müssen", sagt Porten. "Für das kommende Jahr sehe ich wieder besseren Zeiten entgegen."
Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein 17 Sparkassen mit einer Bilanzsumme von zusammen mehr als 36 Milliarden Euro. Bei Banken wird die Bilanzsumme, also die Summe der Aktiva oder Passiva, als Größenangabe verwendet, weil Umsatzzahlen nicht unbedingt vergleichbar sind.
Mit Beginn des nächsten Jahres wollen die Sparkassen von Kiel, Plön und Eckernförde es den Südholsteinern nachmachen und unter dem Namen Fördesparkasse zusammengehen. Mit einer Bilanzsumme von etwa 5,6 Milliarden Euro wäre sie in etwa so groß wie die Sparkasse Holstein mit einer Bilanzsumme von 5,5 Milliarden Euro. Dieses Institut entstand aus der Fusion der Kassen Stormarn und Ostholstein.
Langfristig sieht Porten für das nördlichste Bundesland etwa zehn Sparkassen statt bisher 17. Natürlich wäre es seiner Ansicht nach, wenn sich die eigenständigen Institute in Wedel (560 Millionen Euro Bilanzsumme) und Elmshorn (750 Millionen Euro Bilanzsumme) der Sparkasse Südholstein anschließen würden.
Dass es häufig nicht zur Fusion kommt, hat für Porten vor allem drei Gründe. "Die kommunalen Träger finden oft nicht zueinander, Vorstandsmitglieder fürchten um ihre Pfründe und drittens geht es den kleinen Kassen gegenwärtig gut. Deshalb wollen sie nicht mit stärkeren Instituten zusammengehen", beschreibt Porten die Widerstände.
Es käme schließlich nicht nur auf die Größe an. Die Stärke einer Kasse mit der festen Verbundenheit in der Region sei wichtig. "Wir wissen, was unsere Kunden bewegt, und wo wir helfen können und wo wir im Interesse der Politik auch unterstützend eingreifen müssen", sagt Porten. Eine große Sparkasse für das ganze Land könne die Besonderheiten der Regionen nicht mehr wahrnehmen.
Artikel erschienen am Mi, 2. August 2006
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