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Spiegel Online v. 8.5.2006
26-Milliarden-Merger bei Golfturnier abgesegnet
In der amerikanischen Finanzbranche kommt die Konsolidierung voran. Die viertgrößte Bank des Landes investiert nun 26 Milliarden Dollar, um einen Rivalen zu übernehmen. Die Entscheidung fiel am Wochenende.
Philadelphia - Protagonist der neuen Milliardenfusion ist die viertgrößte US-Bank Wachovia - sie will ihre Präsenz im Westen der USA stärken und kauf daher den Konkurrenten Golden West Financial aus Kalifornien. Bislang agiert Wachovia überwiegend im Osten und Süden der USA.
Das Geschäft solle zu drei Vierteln mit Aktien und zu einem Viertel mit Barmitteln bezahlt werden, teilte Wachovia am Sonntag mit. Wachovia zahlt gegenüber dem letzten Aktienkurs von Golden West vom Freitag einen Aufschlag von 15 Prozent. Das Board der Bank habe dem Geschäft während eines Golf-Turniers im Firmensitz Charlotte im Bundesstaat North Carolina zugestimmt, schreibt die "New York Times"
Golden West sitzt in Oakland im Bundesstaat Kalifornien und ist einer der größten Hypothekengeber des Landes. Wachovia ist die viertgrößte US-Bank. Die Übernahme sei "ein großes Lotteriespiel", urteilt das "Wall Street Journal" - Wachovia setzte darauf, im sehr schwankungsanfälligen Geschäft mit Häuserfinanzierungen zu punkten.
Der fusionierte Konzern soll Einlagen von 669 Milliarden Dollar und eine Marktkapitalisierung von 117 Milliarden Dollar besitzen. Damit bleibt Wachovia zwar hinter der CitiGroup, Bank of America und JPMorgan Chase an vierter Stelle in den USA, vergrößert aber seinen Vorsprung vor Wells Fargo.
Wachovia ist eine der kauffreudigsten Banken der USA - das Institut hat schon 140 Übernahmen und Fusionen hinter sich gebracht. Wachovia entstand, als die First Union Corp. 2001 ein gleichnamiges Unternehmen aufkaufte und sich umbenannte. Der Name ist die lateinische Form von "Wachau". Einwanderer aus Mähren gaben 1753 einem Landstrich in North Carolina den Namen wegen seiner Ähnlichkeit mit der Landschaft in Niederösterreich.
itz/Reuters
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